Mehrwert durch Entschleunigung

Neulich hab ich einen kleinen Handbesen im Baumarkt gekauft. Er war nicht teuer. Ich hatte auch schon im Laden bemerkt, dass der Stiel nur grob bearbeitet war: die Kanten nicht gebrochen, das Holz nicht geschliffen … – aber es war grad auch kein besseres Stück im Angebot. Also hab ich daheim die Endfertigung selbst übernommen: schleifen, ein Loch bohren und eine Schur durchziehen zum Aufhängen. Keine großen Sachen, klar. Aber doch irgendwie symptomatisch für unsere Zeit: dass viele Dinge von minderer Qualität billig auf den Markt geworfen werden. Zwangsläufig macht sich das früher oder später bemerkbar: in der Handhabung, in der Haltbarkeit, in der Ästhetik, in der Sicherheit.

„Die Dinge haben allzeit von der Mühe gelegt, die man sich um sie macht.“

Ein Wort von Erich Kästner. Ein Wort gegen die Beschleunigung als Selbstzweck. Denn sich Mühe um etwas machen, das bedeutet: solange Interesse, Sachkenntnis, Zeit und Kraft auf eine Sache verwenden, bis sie den erwünschten Zustand erreicht hat.

Viele Prozesse lassen sich eh nicht sinnvoll beschleunigen. Weil zum Wachsen das Reifen hinzukommen muss (bei Menschen, bei Früchten, beim Wein und beim Käse …), weil Quantität ohne Qualität leer bleibt. Und weil jede noch so raffinierte (pädagogische, chemische, pharmazeutische usw.) Nachhilfe ihre Risiken und Nebenwirkungen hat.

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